Foto: Peter Rauh

GALERIE AM TOR
Cornelia König-Becker
Hauptstraße 4
D-63897 Miltenberg am Main 
Tel: +49.174.97 44 316 
E-Mail: ckb@galerie-cornelia-koenig.de 
Öffnungszeiten: Do. + Fr. + Sa. + So. 14 - 18 Uhr
und nach Vereinbarung



Information :

Die Galerie am Tor ist im Monat August geschlossen.
Ich bedanke mich für das große Interesse.

                 Galerie-Fotos: Peter Rauh

PRESSEARTIKEL

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AKTUELLE AUSSTELLUNG 

„Schönheit. Vielfalt. Mensch“    

mit Werken von 20 Künstlern

Ausstellungsdauer: 30. März bis 30. September 2019



„Schönheit. Vielfalt. Mensch“              DIE KÜNSTLER

ELVIRA BACH

Die Unverwechselbarkeit ihrer (Frauen)Bilder hat Elvira Bach zu einer Ikone der deutschen und internationalen Kunstszene werden lassen. Sie studierte an der Hochschule der Künste in Westberlin, gemeinsam mit Reiner Fetting, Helmut Middendorf und anderen „Jungen Wilden“, denen sie zunächst zugeordnet wurde. Ihren künstlerischen Durchbruch erlebte sie mit der Einladung zur documenta in Kassel 1982. Seit dreißig Jahren faszinieren ihre großformatigen Frauenbildnisse durch einen zupackenden Malgestus, der mit überbordender Farbigkeit und faszinierende Direktheit einen unbändigen Lebenswillen zeigt, der alle Facetten des Menschseins spiegelt. 

Sie ist nicht nur eine Chronistin ihres Lebens – vom Treiben in den Künstlertreffen der 70er Jahre über die Einflüsse ihrer Aufenthalte in Afrika bis zu den Mutter-Kind-Porträts und den ruhigeren Bildern der Gegenwart – , sie ist auch eine Verfechterin der Ambivalenzen des Frauseins geblieben: Selbstbewusstsein und Geschlechterdrama, Freude und Trauer, Stärke und Ironie. Elvira Bach hat
einer ganzen Generation von Künstlerinnen den Weg geebnet.

o.T., 1992, Öl auf Leinwand, 105 x 78 cm
Sammlung der Museen der Stadt Miltenberg

STEFAN BAUSEWEIN

Nach der Ausbildung zum Fotografen und dem Studium des Kommunikationsdesign arbeitet
Stefan Bausewein als selbständiger Fotograf.
Er schätzt authentische Bilder, die Geschichten erzählen. An die unterschiedlichsten Genres wie Porträt, Musik, Reportage, geht er mit einem besonderen Maß an Genauigkeit und bewusster Strenge heran. 

Im Kontakt zu Menschen, zu ihrer Arbeit, ihren Leidenschaften und Visionen ist er
ganz nah dran, jedoch immer mit einer professionellen Haltung. Seine Porträts von tätowierten Menschen beurteilen nicht, sie zeigen mit Respekt individuelle Personen.

Seit 2017 lehrt er an der der Fakultät Gestaltung (FHWS) in Würzburg, wo er auch lebt und arbeitet.

Ink Portraits, 2018, Fineart Print, Fotopapier, 60x80 cm

AXEL VON CRIEGERN

Der in Berlin geborenen Axel von Criegern ist Kunsthistoriker, Maler und Professor für Kunstdidaktik.
Er promovierte über die Genremalerei des Niederländers Jan Steen, mit dessen Werk  er sich auch in seiner eigenen künstlerischen Arbeit intensiv und wiederholt auseinandersetzte. 
Axel von Criegern bekleidete unterschiedliche Professuren, zuletzt an der Justus Liebig Universität in Gießen. Es erschienen zahlreiche Bücher und wissenschaftlche Veröffentllchungen zur Kunstpädagogik. Darüber hinaus gestaltete und illustrierte er Bücher und Kinderbücher.

Sein Zyklus von 45 Federzeichnungen entstand zu dem Romankonzept „Die Gottessucherin“ von
Peter Prange, in dessen Mittelpunkt die schöne Jüdin Garcia Mendes und ihre Suche nach dem
gelobten Land steht.

Axel von Criegern lebt und arbeitet in Tübingen und Italien.

Das gelobte Land, 2008, Feder, Tusche, 70 x 50 cm

DIETZ EILBACHER

Der in Miltenberg geborene Künstler studierte in den 70iger Jahren Bildhauerei an der Städelschule in Frankfurt und war als freischaffender Künstler in den darauffolgenden Jahren erfolgreich.
Er nahm an zahlreichen Ausstellungen teil, gewann unter anderem den Villa Romana Preis  und den Förderpreis der Bayrischen Akademie der Schönen Künste und realisierte Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum. Seine bildhauerische Auffassung war streng, oft verschlossen: „… was aber, wenn diese Arbeit uns sagt: Ich sage euch nichts. Auch nichts über mich.“ Keine Pose, wahrhafte Begegnung, das war sein Credo. 

Seine Kunst lebet von der Ausdauer und Hartnäckigkeit
bei der Erfassung von Formen und Fragmenten, die eher selten an den menschlichen Körper erinnern, aber wenn, dann entdeckt man neben der Härte fragile, fast zärtliche Züge inmitten all dem schweren und kantigen, das in den Skulpturen um Gleichgewicht ringt.

Dietz Eilbacher starb 2014 in Frankfurt am Main.

Weibliche Figur, circa 1989, Eisenguss, 36 cm

MUTSUO HIRANO

Der 1952 in Japan geborene Künstler studierte zunächst Germanistik in seiner Heimat, bevor ihn sein Erfahrungshunger nach Deutschland führte.
Er studierte in Marburg Kunstgeschichte, Malerei und Graphik und war fasziniert von der reichen Bildervielfalt der christlichen, vor allem der katholischen Religion. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der christlichen Kultur und ihren Erzählungen führte zu einer gänzlich eigenen Interpretation und Formensprache, wie sie etwa in der Ausstellung „Via Crucis“ im Miltenberger Burgmuseum zu sehen war.

Sein neugieriger, individueller und doch respektvoller Umgang mit verschiedenen Kulturen und
deren Menschenbild ist inspirierend für die Idee einer Welt der Begegnung und Verständigung.
Mutsuo Hirano lebt mit seinem Partner, dem Maler Thomas Lange in Torre Alfina, Italien.
Der weibliche Kopf ohne Haare und Ohren wird zusammen mit den Köpfen „Adam und Eva“ von
Thomas Lange ausgestellt.
Es handelt sich um Werke aus der Ateliergemeinschaft der beiden Künstler.
Die Exponate sind eine Leihgabe der Museen der Stadt Miltenberg.

Weiblicher Kopf, 2018, Terracotta, 11,5x8,5,x12,5 cm

INGRID JUREIT

Die Künstlerin Ingrid Jureit lebt und arbeitet in Hofheim am Taunus – wobei dies nur die halbe
Wahrheit ist: Ingid Jureit ist viele Wochen des Jahres mit Leidenschaft Kunstpädagogin an der
Akademie in Bad Reichenhall.
Beobachtungen und Eindrücke, Erfahrungen und Emotionen sammelt sie in ihren gezeichneten
Tagebuchnotizen, aus denen eine eindrucksvolle Reihe Werkstattberichte und ein umfangreiches graphisches Werk entstanden sind.

In ihrer großformatigen Malerei bringt sie die mit der ihr eigenen Empathie erfassten menschlichen Begegnungen auf die Leinwand. Es entwickeln sich vielschichtige Energiefelder. Die expressiven Gemälde leben von dem Rhythmus der Bewegung und dem heftigen Pinselduktus.
Die menschliche Gestalt, ihre Haltung, ihr Ausdruck, ihre Bewegungen und Gesten, das Festhalten und Loslassen, das miteinander Ringen und Besänftigen, sind Kernthemen ihrer Malerei.

o.T., 2018, Lithografien, Papier, 60x43 cm

HANS KÖNIG

Der Bildhauer Hans König wurde in den 60iger und 70iger Jahren bekannt durch seine Skulpturen und Wandgestaltungen in Kirchen und öffentlichen Gebäuden. Unzählige Werke gehörten zu dem Stadtbild des wieder aufgebauten Frankfurt. In seinem langen Künstlerleben, der Bildhauer starb 2005, arbeitete er mit vielen unterschiedlichen Materialien und belebte vor allem mit seinen Arbeiten im kirchlichen Bereich die Mosaikkunst neu.

In den Jahren danach entwickelte er konsequente abstrakte Formen mit den Materialien Metall,
Stein und Glas.
Aus den frühen Jahren sind einige sensible Madonnenfiguren und weibliche Torsi in Bronze und
Terracotta erhalten.

weiblicher Torso, um 1950, Bronze, 20 cm

CORNELIA KRUG-STÜHRENBERG

Die in Würzburg geborenen Künstlerin studierte an der Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe freie Malerei, u.a. bei Emil Schuhmacher und Per Kirkeby. Neben zahlreichen Reisen und Arbeitsaufenthalten in mediterranen Ländern war sie mehrfach Gastkünstlerin in verschiedenen italienischen Städten.

Ihr Werk ist geprägt von den tiefen Eindrücken der Reisen in ferne Länder, die Beobachtungen der Menschen dort, die Farben- und Formenvielfalt von Indien und Marokko. Die Gemälde, Aquarelle, Collagen und Zeichnungen erzählen von intensiven Naturerlebnissen ebenso wie von eindrucksvollen Begegnungen mit den Menschen in ihrer exotischen Umgebung, von alltäglichen und festlichen Situationen. Wie eine unendliche Quelle von Inspiration scheinen die sinnlichen Eindrücke und Bilder nachzuwirken.

Cornelia Krug-Stührenberg lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Lohr am Main.

Erscheinung, 2018, Öl, Sande auf Leinwand, 105x65 cm

GIANCARLO LEPORE

Der italienische Bildhauer studierte in den 80iger Jahren an der Akademie der Schönen Künste von Carrara (Toscana) Bildhauerei. Seitdem gewann er für seine Skulpturen im öffentlichen Raum renommierte Preise. Seine Lehrtätigkeit begann er in Pisa, später Carrara und TU Darmstadt und schließlich erlangte er eine Professur für Skulptur an der Kunstakademie in Venedig. Giancarlo Lepore organisierte und gründete verschiedene Künstlergruppen und Projekte in Europa und schließlich in der Nähe von Urbino die Künstlergemeinschaft Casalaboratorio. Heute lebt der Künstler in Urbania in den italienischen Marken und ist Professor an der Accademia di Belle Arti in Urbino.

Seine Skulpturen, meist aus Terracotta, Stein oder Metall, wirken wie lebendig gewordene Zeitzeugen aus der Vergangenheit, die hoch aufgerichtet, aber gezeichnet von den Spuren der Jahrhunderte, in der toskanischen Landschaft stehen: Paare, Gruppen oder einzelne schmale Figuren, von Licht und Schatten umspielt. Zeitlose Zeichen, verdichtet zu archaischen Gestalten werden zu Symbolen für die Menschen, die schon hier waren und die, die noch kommen und weitergehen werden.

Station Vision, Modell, 2018, Glas, 30 cm

FELICITAS VON LUTZAU

Felicitas von Lutzau hat gerade ihr Studium an der HfG Offenbach erfolgreich beendet, doch
als angesagte junge Künstlerin ist sie schon länger unterwegs und bei renommierten Sammlern
gefragt. Ihre raffinierten Fotoarbeiten bewegen sich tiefgründig und beziehungsreich zwischen
Malerei und Fotografie. Mit ihrer besonderen Technik und langen Belichtungszeiten fängt sie das Licht ein und malt mit der Kamera. Durch ein besonderes Gespür für magische Orte fügt sie den auf den Fotos festgehaltenen Motiven und Momenten Spuren, Hinweise, kaum sichtbare Konnotationen
hinzu.

In der Fotoserie „Evi“ führen nackte jungen Frauen in eine mythische Welt. Das wirkt zeitlos, das ewige Thema der immer wieder neugeborenen Nymphe, ein fragiler, historisch unterlegter Aspekt von Weiblichkeit - Auftauchen und Vergehen.

Girl, Serie Untitled Sea, 2019, Inkjet auf Ali-Dibond, 165x110 cm

GABRIELE VON LUTZAU

Die Bildhauerin lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und im hessischen Odenwald. Ihre Werkzeuge sind die Kettensäge und der Flammenwerfer. Sie bearbeitet damit gefundenes Holz. Die erste Form  – vor dem Bronzeguss jeder Skulptur – ist dem Baum, dem Ast, dem Holzstück abgerungen. 
Die meisten Figuren, die dann wie Phönix aus der Asche steigen, sind Flügelwesen, Engel, Wächterinnen. „Lebenszeichen“ nennt die Künstlerin viele ihrer Schöpfungen. Die Botschaft ist immer: Leben! Überleben!  

Bevor Gabriele von Lutzau als Bildhauerin um die Welt reiste und zum Beispiel in den USA, in
Israel und vielen deutschen Städten ihre Spuren hinterließ, flog sie als Stewardess um die Welt
und erlangte als „Engel von Mogadischu“ Berühmtheit. Das unfassbare Erlebnis einer Flugzeugentführung und die Erfahrung der eigenen Stärke in einer extremen Situation nutzte sie, um sich in eine Ausnahmekünstlerin zu verwandeln.

„Ich mache keine Männer oder Frauen. Ich mache körperliche Präsenzen. In meiner Welt gibt es
drei Geschlechter: Frauen, Männer und androgyne Zwischenwesen.“

Große Wächterin, Bronze, 236x50 cm

ZIPORA RAFAELOV

Die in Israel geborene Künstlerin geht in der aktuellen Kunst einen völlig eigenwilligen Weg.
Sie ist durch ihre unverwechselbare Bildsprache national und international bekannt geworden.
Ihre filigranen Cut-Outs und Raum-Installationen wirken fragil und sehr persönlich und
treten dem Betrachter dennoch entschieden und selbstbewusst gegenüber. Die Idee der
Cut-Outs und die dreidimensionalen Rauminstallationen ermöglichen Licht und Schatten zu
bilden und so eine Dreidimensionalität zu erreichen. Mit gezeichneten und ausgeschnittenen
Silhouetten und gespannten Fäden werden Wechselspiele von Licht und Schatten, Linie und
Raum inszeniert. In beinahe allen Scherenschnitten tauchen verborgen zwischen Pflanzen
und Ornamenten weibliche Figuren auf.

Für Zipora Rafaelov sind sie das Abbild von Eva, die wiederum stellvertretend für alle Frauen steht, für deren unterschiedliche Charaktere und Eigenschaften. Zu Grunde liegt das biblische Bild von Eva, die sich, in dem Moment, als sie sich ihrer Nacktheit bewusst wird, versucht zu bedecken. In den aktuellen farbigen Arbeiten, den Pin-ups und Relaxing Women, erscheint Eva als Frauenideal der fünfziger Jahre auf Kalenderblättern. Die in narrative und mythologische Bezüge eingebetteten Frauengestalten verleugnen nie ihren positiven Bezug zu Erotik und Schönheit.
Zipora Rafaelov wurde 2014 mit dem renommierten „Rheinischen Kunstpreis“ ausgezeichnet.

Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und Tel-Aviv.

Relaxing Woman, 2017, Tusche, Pergament, 90x113 cm

TOBIAS SCHNOTALE

Den wichtigsten Zugang zu seinen Motiven findet Tobias Schnotale zeichnend. Das leuchtet 
unmittelbar ein, wenn man seine kleinformatigen  Arbeiten betrachtet. Sie sind wie aufgeblätterte 
Bücher, deren Seiten uns Einblicke erlauben, aber eine zusammenhängende Geschichte 
erzählen sie nicht. Sätze beginnen und wir  können sie weiterdenken. 
Der Zeichnende und das vor ihm liegende Blatt  Papier, das ist immer ein konzentrierter Vorgang, 
ein Dialog zwischen Kopf und Hand. Dabei geht  es in Schnotales Werk nicht um das Abzeichnen, sondern um eine Idee, einen heraufziehenden Gedanken. Er sagt, suchen, fi nden, fragen leiten ihn beim Zeichnen: „Mich interessieren Zwischenwelten, in denen sich subjektives und subversives ansiedeln kann. Meine Bilder im kleinen Format DIN A4 zeigen nicht Szenen aus dem wirklichen Leben, sondern sind Erfindungen, die Wiedererkennbares und Vertrautes spielerisch zu Rätseln verfremden.“

Ähnlich tastend verfährt er in seiner nach Perfektion strebenden Malerei. Eitempera, eine sinnlich-
zärtliche Malerei und aufwendige Technik, die Geduld und Können erfordert und der
Nachdenklichkeit des Künstlers entgegenkommt.

Tobias Schnotale, geboren 1969 in Frankfurt am Main, studierte u.a. an der freien Kunstakademie
in Nürtingen. Seit 2006 arbeitet er als freischaffender Künstler, Autor, Illustrator
und Kunstpädagoge.

2006, Ralf, Öl auf Holz, 29,7 x 21 cm

WOLFGANG SCHÖNEGGE

Wolfgang Schönegge studierte in Darmstadt und Frankfurt Architektur und ist seit den achtziger Jahren als Städtebauarchitekt tätig. Neben seinem Beruf als Stadtplaner entwickelte er eine Leidenschaft für das Zeichnen und Aquarellieren im Freien. Seit mehr als 25 Jahre skizziert und zeichnet er mit Bleistift, Buntstiften, Filzstiften und bevorzugt mit Aquarellfarben Stadtansichten, Gebäude, Landschaften. Städtische Raumsituationen haben für ihn eine besondere Anziehungskraft.

Zu dem Zeichnen und Malen unter freiem Himmel kam in den letzten Jahren durch die
Teilnahme an Malseminaren die Beschäftigung mit dem Menschenbild – Aktzeichnungen und Porträts entstanden. Die angesichts der Modelle gezeichneten und skizzierten Arbeiten stehen ganz bewusst in der Tradition der Akt- und Porträtzeichnung und lassen doch eine eigenwillige Handschrift erkennen. Sachlich und mit professionellem Blick nähert sich der Künstler seinem Gegenüber und dessen körperlichen Eigenarten, offen, ohne eine Bewertung anzubieten.

Wolfgang Schönegge lebt und arbeitet in Darmstadt.

Weiblicher Akt, 2017, Bleistift, Buntstift, Malkarton, 30x40 cm

VRONI SCHWEGLER

„Es tut den Augen gut, sich mit Vroni Schweglers Bildern zu beschäftigen“, kann man in einer Laudatio anlässlich einer der zahlreichen Preisverleihungen an die Künstlerin lesen.
Vroni Schwegler studierte an der Städelschule in Frankfurt bei Herman Nitsch, war als Gaststudentin in New York und schloss 1997 ihr Studium als Meisterschülerin ab. Vroni Schweglers bevorzugte Motive sind Tiere, tote Tiere. Aber es gibt auch anatomische Studien von Menschenkörpern : Annäherungen an das, was Schmerz und Leiden sein könnte. Sie schildert materielle Veränderungen, aber das sind keine morbiden Geschichten von Zersetzung.

Sie nähert sich ihren Motiven forschend, fast zärtlich, so, als müsste sie - stellvertretend – noch einen Moment lang den Übergang zwischen Sterben und Tod aushalten und aufbewahren. Oft zeugen die Tiermotive noch im Tod von ihren Bewegungen in ihrem Element. Ähnlich zeigen sich auch die
in den Radierungen festgehaltenen Präparate von menschlichen (wirklich?) Organen. Sie sind „entnommen“, Ausschnitte aus dem Ganzen eines Körpers, befremdlich und beunruhigend.
Wir werden gezwungen, uns mit dem Motiv zu beschäftigen, den Zusammenhang zu finden. Die sorgfältige Betrachtung des Objektes durch die Künstlerin, das Altmeisterlich der Studien, das sich so in die lange Spanne der Kunstgeschichte einreiht, nehmen dem Thema Vergänglichkeit
seinen Schrecken. Dieser kleine Teil, den wir betrachten, diese stillgelegte Natur, ist Teil von etwas Größerem.

aus der Serie „Anatomie“,
links: 2005, Innen, Strichätzung, 14 x 11,5 cm
rechts: 2005, Hübsches Hirn, Strichätzung, 11 x 9 cm

ANSGAR SKIBA

Der aus Dresden stammende Maler verließ noch zu DDR Zeiten seine ehemalige Heimat um in
Düsseldorf zu studieren, wo er heute lebt und arbeitet. Er gehört zu den gefragten Künstlern in
der deutschen Ausstellungsszene.
Mit verschiedenen Auslandsstipendien begann er das Reisen und die verschiedensten Landschaften in seine Arbeit einzubeziehen. Gewässer, Parks und Gärten sind seine bevorzugten Motive.
Seine Malweise, der stark pastose Farbauftrag, der die Ölfarben reliefartig auf der Leinwand
aufbaut, ist seine eigenwillige, unverwechselbare Handschrift. Buchstäblich, denn meist wird die Farbe mit Fingern und Händen aufgetragen.

Schönheit, Fülle, Pracht, es sind diese zerbrechlichen Dinge des Lebens, die der Maler in seinen
Bildern festhalten und feiern möchte. Die „Brautbilder“ zeigen Rückenansichten von Frauen –
stolz und hochaufgerichtet stehen sie in einer nicht näher definierten, unberührten Welt. Sie
schauen in die Zukunft oder vielleicht in sich hinein, aus dem Alltag herausgehoben, ihre Körper
sind von festlichen Kleidern umhüllt, eine Betonung des Besonderen und Erhabenen. So wie
Roben dem Menschen in bestimmten Situationen Größe und Würde verleihen, so fassen die
Gewänder und die wartende Haltung der Frauen einen existenziellen Moment des Lebens zusammen, in dem sich Hoffnung auf Schönheit und Glück konzentrieren.

2003, Versunkenheit, 270 x 180 cm

VICTOR SYRNEV

Der Schmuckgestalter und Metallbildhauer Victor Syrnev lebt und arbeitet in Bischkek, der
Hauptstadt von Kirgisistan. Geboren wurde er in dem Zentrum der russischen Edelstein- und
Schmuckindustrie, in Jekaterinburg am Ural.

Victor Syrnev hat nicht nur eine bewundernswerte Fülle an Schmuckobjekten geschaffen und an unzähligen Ausstellungen teilgenommen, er ist auch mit hochrangigen Preisen, Auszeichnungen und Orden geehrt worden. Eine besondere Beziehung pflegt er zu Deutschland, wo er unter anderem im Sinne eines „Dialoges mit der Ferne“ eine Werkserie zu einem der wichtigsten Dichtungen von Johann Wolfgang von Goethe, dem „West-Östlichen Divan“, geschaffen hat. Dialogbereitschaft und Dialogfähigkeit zwischen Kulturen und über Grenzen hinweg, sind wichtige Intentionen in der Arbeit dieses ungewöhnlichen Künstlers.

Birth of Venus, 2015-2016,
Metall, Glas, Edelstein, Gold, Silber, Perlen, Korallen, 72x31x15 cm (Detail)

ANNIKA VAN VUGT

Eine umfangreiche Werkserie der Künstlerin sind Bildnisse.  Annika van Vugt hat Frauen, denen sie begegnet ist und die sie als Modelle gewinnen konnte, mit nacktem Oberkörper oder auch als frontal stehende Akte auf Blickkontakt gemalt. Das Malen mit Ölfarbe auf Leinwand ist kein „Abmalen“ , sondern ein Transformationsprozess, in dem das real erlebte, die Emotionen, sich in die sorgfältig Schicht für Schicht ausgeführte Malerei verwandeln.

Jean-Christophe Ammann schreibt über diese Gemälde: “Die stehenden Akte erinnern an Zombies, als wären sie aus dem Hades zu uns in die Gegenwart zurückgekehrt, still, selbstbewusst, sich an sich selbst erinnernd.“ Und Amman schreibt weiter: „Sie ist verflixter, als man glaubt.
Vielleicht deshalb, weil sie nicht revolutionär - im Sinne der Avantgarden – sondern subversiv ist.“ Verloren geglaubte bildsprachliche Ressourcen werden mit subjektiven und gegenwärtigen Inhalten wieder lebendig. In der Malerei von Annika van Vugt geht es niemals um Provokation. Es ist ein neugieriger, fragender, liebevoller Blick und eine Malerei, die sich der vielen Bilder aus der Geschichte der Kunst verbunden weiß.

Annika van Vugt studierte in Marburg Germanistik und Politikwissenschaften, an der Uni Frankfurt Kunstpädagogik, bevor sie sich ganz der Malerei widmete.

Meine Geliebten, 2014, Öl auf Leinwand, 180x74 cm

WOLFGANG ZWIRNER

Wenn man den Künstler in seinem Atelier besuchen möchte, geht man über einen der schönsten Plätze Frankens, den Schloßplatz in Amorbach, lässt den verwunschenen Seegarten rechts liegen und taucht mit dem Betreten des altehrwürdigen Konventgebäudes , das schon der Frankfurter Philosoph Adorno so liebevoll beschrieb, in eine andere Welt ein. Ein kühler Hauch von Geschichte begleitet einen zur Tür, an der man fest anklopfen muss…

Hier malt, aquarelliert und zeichnet Wolfgang Zwirner – ein Künstler der sein Handwerk auf das Beste beherrscht – seit Jahrzehnten Orte und Landschaften, Bischöfe und Bettler, Berühmte und Nachbars Kinder. In Amorbach ist der Professor eine Art Leuchtturm der Kunst und ein Verwurzelter, wenn er nicht gerade reist, in ferne Länder auf abgelegene Inseln. Immer dabei sind Malzeug und Malbücher, die er gut gefüllt wieder mit nach Haus bringt. Prächtige kleine Skizzenbücher, in denen Beobachtungen und Funde, die exotische Schönheit fremder Länder festgehalten wurden – wie die kleinen, rundlichen Korallenweibchen von den Capverdischen Inseln.

Korallenfrauen von den Capverdischen Inseln,
2018, Aquarell, Bleistift auf Papier, 20x16 cm

JAN ZWOLICKI

Der Maler wurde 1967 im polnischen Swiecie an der Weichsel geboren, besuchte ein Lyzeum für
Bildende Künste und lebt heute als freischaffender Künstler und Landwirt in der Nähe von Danzig.
Er pflegt seit langem Freundschaften in Deutschland, wo er an etlichen Ausstellungen beteiligt
war.

Kraftvoll und energiegeladen sind die Gemälde von Jan Zwolicki. In den abstrakten, expressiven
Farbkompositionen blitzen wie Kometen figurative Elemente auf. Im Wirbel der Linien und Farbfelder
entdeckt man Köpfe, menschliche Körper, die elegante Silhouette einer Frauengestalt. Das
ruft Assoziationen von urbanem Leben und dem schnellen Takt des Großstadtmilieus hervor. Die
Erinnerungen des Malers lassen in diesem Rhythmus rätselhafte Dialoge, irritierende Gesten und
nachdenkliche Blicke auftauchen. Offen bleibt, ob der Maler hier das Leben feiert oder seine
Menschenfiguren darin gefangen sind.

Porträt einer Frau, 2018, Acryl auf Leinwand, 120x70 cm

© Copyright 2019 Cornelia König-Becker

GALERIE AM TOR
Cornelia König-Becker
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